Martin Ganzkow und Alix Dudel - 36 Jahre Glashaus 09.11.24 - copyr. Paul Weigl_16

Das Glashaus war früher das Gewächshaus der Schlossgärtnerei Derneburg und diente zunächst zum Anbau von Wein und Feigen für den Grafen Ernst zu Münster. Nach einer langen Nutzung und einer Zeit des Vergessens wurde das alte Gebäude im November 1988 zum Kultur- und Veranstaltungszentrum der Gemeinde Holle umgebaut.

Seitdem dient es als Mittelpunkt des Laves-Kulturpfades mit dem Ausflugscafé und einem umfangreichen Kulturprogramm, das viele Besucher aus Nah und Fern nach Derneburg lockt. Von Anfang an mit dabei ist Martin Ganzkow als Kulturbeauftragter der Gemeinde Holle. Die Kulturveranstaltungen werden von ihm sowohl geplant als auch durchgeführt, darüber hinaus ist er in der Gemeinde Holle für die IT, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als auch für den Tourismus zuständig.

Nach 37 Dienstjahren geht der 66-jährige ab dem 1. Dezember in den Ruhestand. „Ich blicke auf eine sehr ereignisreiche und erfüllende Arbeitszeit zurück“, sagt Martin Ganzkow, der in 36 Veranstaltungsjahren unzählige Ausstellungen, Konzerte, Kindertheater, Theater, Kabarett, Comedy, Lesungen und Filme auf die Glashausbühne gebracht hat. Gern erinnert er sich an die großen Gartenfeste auf der Wiese vor dem Glashaus, an die Deutsch-Türkischen Kulturfestivals mit der AWO, an die oft wiederholten Tibet-Wochen und an zahlreiche Auftritte der Steptokokken, Liederabende mit Alix Dudel, Lesungen mit Uwe Janssen und Imre Grimm und viele Ausstellungen mit dem Derneburger Künstler Hans-Jürgen Schmejkal.

Eine Übersicht aller Veranstaltungen von 1989 bis heute finden Sie im Archiv.

„Ich bin mit meinem Publikum alt geworden“, sagt Martin Ganzkow, der mit einem weinenden und einem lachenden Auge geht. „Es ist Zeit, dass jemand anderes übernimmt.“

Martin Ganzkow wechselt nun die Seiten und wird die Entwicklung des Glashauses als Teil des Glashauspublikums weiter begleiten.

Fotos der Abschiedsveranstaltungen, dem Varieté am 8. und 9. November 2024 finden Sie hier.

 

Hans-Jürgen Schmejkal - Ruine

Freitag 29.11.2024 | 19:00 Uhr | Film & Lesung

Lesung aus dem Buch „Ruine“ von Hans-Jürgen Schmejkal incl. Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm von Daya Lavine Sieber und Anna Herrmann

West-Berlin zwischen Deutschem Herbst und Mauerfall: Die Kultkneipe Ruine am Winterfeldtplatz zieht nach wie vor 68er sowie Anarchisten und Künstler, Kriminelle und Bohemiens an. Mittendrin kellnert der Maler Jo Schmejkal, den das Universum in die Ruine gerufen hat. „Absturz-Lokal der Siebziger in Berlin Schöneberg Winterfeldtplatz. Unterwelttreff der Gefängnishelden aus Moabit, daher eigene Verhaltensregeln, derart ungewöhnlich, so dass die Polizei die Gaststätte Ruine zeitweilig zur gesetzesfreien Zone erklärte: Die regeln das alleine, da brauchen wir uns die Hände nicht schmutzig zu machen. Hatte zwischenmenschlich echte existentielle Begegnungen zur Folge. Für mich persönlich der grundlegende Ausstieg aus allem Gewohnten und Vorbereitung zu ganzkörperlich transformierender Therapie und zum farbenfrohen Lebenslauf eines kreativen Künstlers.“ – Hans-Jürgen Schmejkal Alix Dudel liest aus dem Buch „Ruine“ von Hans-Jürgen Schmejkal „Ruine“ von Hans-Jürgen Schmejkal im epubli Verlag